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Argumentarium gegen Grossfusionen

 

Was sind überhaupt "Gemeindefusionen"?
Was bedeuten Fusionen für den einzelnen Bürger?
Welche Auswirkungen haben Grossfusionen auf den Kanton?
Was bringen Fusionen finanziell?

Was bringen Fusionen ökologisch?
Wieso braucht es angeblich Fusionen?
Gibt es Alternativen zu Grossfusionen?
Wem nützen Fusionen?

 

Was sind überhaupt Gemeindefusionen?

Definition (Wikipedia): Als Gemeindefusion bezeichnet man das Verschmelzen zweier oder mehrerer bis anhin voneinander unabhängiger Gemeinden. Die Fusion kann als Eingemeindung in einen grösseren Verband erfolgen, wobei der Name der kleineren Gemeinde(n) untergeht.

Wenn der Grössere mit dem Kleineren zusammen geht – wie bei Zusammenschlüssen der Stadt Luzern mit ihrem Umfeld – kann man auch von Annexion sprechen. Diese Bezeichnung hat aber einen negativen Anstrich, deshalb ächten Fusionsbefürworter diesen Begriff.

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Was bedeuten Fusionen für den einzelnen Bürger?

Staatspolitisch gesehen:  
  • Die ganze Gemeindeverwaltung wird zentralistisch von Luzern aus dirigiert, dadurch wird der Verwaltungsapparat grösser und unübersichtlicher
  • Einwohner- und Gemeinderat der kleineren Gemeinde verschwindet
  • Immer weniger Menschen regieren über immer mehr
  • Die eingemeindete Ortschaft wird zu einem Quartier eines Gross-Luzerns degradiert und das Mitspracherecht ihrer Bürger stark eingeschränkt -
    Der einzelne verliert massiv an Stimmkraft
  • Bürgernähe geht verloren; Ganz Luzern müsste über lokale Dinge befinden z.B. über eine Hallenrenovierung in Littau / vermehrte zivile Nutzung des Flugplatzes Emmen / die Sonnenbergüberbauung in Kriens
  • Formulierungen in Fusionsverträgen werden meist allgemein gehalten, lassen sich leicht biegen und gelten nur befristet
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Der Demokratieverlust der Gemeinden in einem Gross-Luzern wäre massiv und unwiederbringbar!

 
Sozial gesehen:  
  • Stimmbürger eines Stadtquartieres können leicht von der Bezugslosen Mehrheit der Stadt übersimmt werden, so schieben sich die Quartiere gegenseitig unangenehme Projekte zu z.B. Fixerraum
  • In einem Gross-Luzern wird die Anonymität der Bürger grösser, Politik wird zu einer Elitensache - man verliert den Bezug zu den "Volksvertretern". Anonymität verursacht viele gesellschaftliche Änderungen, auf die sich die Bürger erst einstellen müssen. In einer anonymen Gesellschaft sinkt bei Vielen die Hemmschwelle zu Sozialmissbrauch und Steuerbetrug. Die Verwaltung kann Missstände kaum noch überblicken
  • Jede Gemeindeauflösung bringt einen nicht zu unterschätzenden Identitätsverlust mit sich
  • Auf soziale Brennpunkte (z.B. Quartiere in Littau und Emmenbrücke) kann durch die zentralistische Verwaltung nicht mehr spezifisch eingegangen werden
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Fusionen bewirken Probleme, die man in überschaubaren Gebilden nicht hat!

 

 

Welche Auswirkungen haben Gemeindefusionen auf den Kanton?

Die Pläne der Fusionisten beinhalten, dass bald die ganze Agglomeration im Gross-Luzern vereint ist. Das heisst: Die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Ebikon, Emmen/Emmenbrücke, Horw, Kriens, Littau, Luzern, Meggen undRothenburg wären bald eine Mega-Stadt mit über 180'000 Einwohnern!

Dies hätte fatale Auswirkungen:

  • Das neu entstehende Gross-Luzern hätte beinahe die Hälfte der Einwohner des ganzen Kantons Luzern und somit auch die Hälfte aller Grossratsmandate
Dies würde zu einer ungesunden Gewichtung der Stärkeverhältnisse innerhalb des Kantons führen. Die ländlichen Regionen würden noch mehr an Einfluss verlieren. Hinzu kommt, dass kein anderer Kanton eine solch unverhältnismässige Gewichtung seines Zentrums gegenüber dem Restkanton hätte!

  • Fusionen werden vom Kanton mit Finanzzuschlägen attraktiv gemacht. Da in jede Fusion Kantonsgelder fliessen, kosten sie jeden Bürger des Kantons Luzern! Die Stimmbevölkerung kann Ende November über einen 20(!)-Millionen-Kredit an die Fusion von Littau-Luzern befinden.

Die Fusionen rund um die Stadt Luzern gehen deshalb alle Luzerner an!

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Was bringen Fusionen finanziell?

Das Beispiel Littau zeigt:

  • Es werden zwar Verwaltungsstellen abgebaut, die kalkulierten Kosteneinsparungen sind mit ca. Fr. 1 Mio. nur minimal, die Einsparungen für den Leistungsabbau betragen ca. 7 Mio.

    Mit der Verlagerung der ganzen Verwaltung in das Zentrum Luzern ist laut Fachgruppe mit ca. Fr. 15 Mio. zusätzlichen Kosten pro Jahr zu rechnen!

  • Fusionen bedürfen finanzieller Unterstützung von Kantonalgelder. Bleibt die Frage: Hat das Volk zu solchen Zahlungen jemals JA gesagt? Wenn Fusionen mit dem Steuergeld aller finanziert werden, sollen da auch alle mitbestimmen können.

  • Der Steuerfuss ist in der Stadt Luzern zwar tiefer (1.85 Einheiten) als in den meisten Agglomerationsgebieten, dafür sind in der Stadt die sonstigen Gebühren und Abgaben (Park-, Müllgebühren etc.) höher. Unter dem Strich bleibt den Agglo-Bewohnern oft mehr zum Leben! Für die finanzbewussten Bürger der Stadt Luzern lohnen sich Fusionen auch nicht: Luzern hat nämlich eine viel geringere Nettoverschuldung pro Kopf als die meisten potenziellen Fusionspartner.
  • In der Stadt Luzern müssen in naher Zukunft grosse Investitionen getätigt werden (Allmendarena etc.). Diese teuren Pflichten erschweren eine Steuererleichterung enorm, viel eher ist eine baldige Steuererhöhung!

Mit Fusionen werden keine Kosten gespart, sondern viele neue geschaffen!

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Was bringen Fusionen ökologisch?

Da immer mehr Leute mit wenig Bezug über lokale Dinge mitentscheiden können, besteht die grosse Gefahr, dass regional-umweltpolitisch sensibilisierte Themen von nicht direkt betroffenen falsch eingeschätzt werden.

Z.B. ist die Mehrheit der Bevölkerung von Littau gegen die Überbauung des Littauerbergs. Als ein Stadt-Quartier ist die Chance der Littauer auf die Sicherung ihres Naherholungsgebietes nicht gewährleistet. Sie können als unsouveräne Einheit leicht von der restlichen Stadtbevölkerung (durch Fördermittel der bekanntlich sehnlichst nach neuen Landreserven strebenden Wirtschaftseliten finanzierten Propaganda-Wellen) überstimmt werden.

einige weitere Beispiele:  
  • Der Sonnenberg wird von der Krienser Bevölkerung als wichtiges Wahrzeichen und Naherholungsgebiet geschätzt. Dessen Überbauung ist aber im Interesse von zahlreichen „Gemeindefremden Architekten“
  • In Kriens hat sich die Bevölkerung von der Basis aus gegen die Errichtung von strahlenintensiven Antennen gewehrt – mit Erfolg! In einem Gross-Luzern entscheiden über derartige Belange alle "Städter", welche die Antennen natürlich lieber in Kriens als in ihrer Nähe haben
  • Die Emmer Bevölkerung sprach sich mehrmals gegen eine Steigerung der Anzahl Flüge ihres Flughafens aus – unter anderem wegen dem Fluglärm, der geringen Auslastung etc. Diese Anliegen des Quartiers Emmen interessiert in einem Gross-Luzern bestimmt nur wenige...

 

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Wieso braucht es angeblich Fusionen?

  • Ein häufig genanntes Argument der Befürworter ist: „Luzern muss konkurrenzfähiger gegenüber anderen Städten werden.“

Wir sagen: Konkurrenzfähiger kann man nur werden, wenn man Konkurrenz im Umfeld hat. Ein Unternehmen, dem es in der Stadt Luzern zu ungünstig ist, muss in die Agglomerationen ausweichen können und umgekehrt. Nur Konkurrenz im Unfeld zwingt Luzern zu wirtschaftsfreundlichen Massnahmen. Ein Luzern mit einer starken Agglomeration ist auch ein Schwergewicht in der Schweiz. Dazu braucht es keine hemmende Gleichschaltung!

Übrigens: Die Stadt Luzern hat jetzt schon mehr Einwohner als etliche Kantone. Wie sollten dann die kleinen Kantone ihre Interessen in der Schweiz verteidigen können? In der Tat stehen gerade die kleinen, überschaubaren Gebilde am besten da, weil sie so am flexibelsten sind!

  • Die Befürworter sagen: „Doppelspurigkeiten müssen vermieden, Synergien gefördert werden. Zum Beispiel beim Werkdienst und bei der Informatik.“

Wir sagen: Doppelspurigkeiten können auch mittels Schaffung von Zweckverbänden und offener Zusammenarbeit mit Kommissionen beseitigt werden. Ebenso stellt Littau bereits heute das Rechenzentrum für 10 andere Gemeinden. Gemeindeübergreifende Kooperationen sind wichtig und müssen ausgebaut werden, aber ohne Fusion!

  • Befürworter argumentieren: „Grosse Probleme und Projekte können nur gemeinsam angegangen und gelöst werden. Zum Beispiel in den Bereichen Verkehr und Raumplanung.“

Wir sagen: Gemeinsam angehen muss doch nicht heissen, dass 2 Gemeinden in einer aufgehen müssen! Raumplanung mit eigenständigen Gemeinden und einem starken Zentrum funktioniert! Dies zeigt die wirtschaftlich florierende Region Basel. Die Behörden müssen nur willens sein übergreifende Lösungen zu finden, dann funktioniert es auch ohne Fusion.

Und: Gross ist nicht gleich besser! Das Beispiel Zürich zeigt grosse Probleme in der Raumplanung. Die Wirtschaftsmetropole hat eine wahnsinnig ineffizient aufgebaute Infrastrukturerrichtung hinter sich. Da alles zentralistisch gesteuert wird, verliert man leicht den Überblick über lokalspezifische Fragen.

Die Argumentarien der Fusionisten beruhen auf Visionen, nicht auf Tatsachen

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Gibt es Alternativen zu Grossfusionen?

Vermehrte gemeindeübergreifende, intensivierte Zusammenarbeit. Die Behörden dürfen nie zu müde werden zu kooperieren und den scheinbar einfacheren Weg einer Fusion beschreiten.

Mit der Aufgabe einer basisdemokratischen, eigenständigen Gemeinde geht zu viel Mitbestimmung und Identität verloren, als dass man diese mit einer Fusion mit dem Riesen -Luzern rechtfertigen könnte.

Auch wir sehen überregionale Zusammenarbeit als wichtig an, lehnen jedoch Grossfusionen rundum ab!

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Wem nützen Fusionen?

Die Fusionsbefürworter stützen sich bei ihren Gründen auf eine „Avenir Suisse“-Studie, welche die Zentralschweiz wirtschaftlich als „weissen Fleck“ auf der Schweizer Karte ansieht. Die Fusionisten versprechen sich durch Fusionen mehr Gewicht des Standortes Luzern im schweizerischen Gesamtvergleich.

Avenir Suisse ist ein von der Hochfinanz bezahltes Meinungsmachungsinstitut, das die Schweiz im Sinne von Grosskonzernen umkrempeln soll.
Grossgebilde nützen wirtschaftlich gesehen nur den Grossunternehmen (ca. ab 500 Mitarbeitern), welche einen Anteil von nur 0,4 % an den Wirtschaftseinheiten ausmachen. Die restlichen 99,6 % sind KMU (Kleine und Mittlere Unternehmen).

Die Grosskonzerne sind meist international tätig und haben am liebsten einheitliche Strukturen, die sie leicht von „oben herab“ überblicken können. So wollen sie ihren administrativen Aufwand minimieren und einen maximalen Profit erzielen.

Gemeinden geben also ihre Eigenständigkeit für das Gewinnstreben einzelner Weniger auf!

Ebenso profitieren von Grossfusionen die Beamten und die Verwaltung (also der Fiskus). Bei den Grossfusionen wird nämlich die Verwaltung der Gemeinden Richtung Stadt Luzern verlagert und da zentralisiert. Man verspricht sich dadurch „Effizienzsteigerungen“.

Doch die Erfahrung zeigt: Je zentralistischer ein Gebilde, desto unflexibler ist es. Mit der Verschiebung in das Zentrum Luzern müssen die Verwaltungsgebäude in der Stadt kostenintensiv ausgebaut werden.

Anstatt auf föderalistische Weise in kleinen Einheiten, wird so von einem Ort aus über ein immer grösseres Gebiet regiert. So baut man die Verwaltungsstellen nicht ab – wie argumentiert wird – sondern aus. Das Beispiel der Bundesbehörden in Bern zeigt, dass zentralistisch konzentrierte Beamtenstellen unüberblickbarer sind und sich dauernd ausbreiten müssen. D.h. sie schaffen sich immer neue Arbeiten und Verordnungen.
Dies bringt uns unnötige Bürokratie, welche Luzern sowieso schon hemmt!

Durch eine Verwaltungszentralisierung schafft man Bürokratie und neue Kosten

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